30 Jahre Gailtaler Almkäse g.U.
18.07.2026 | Almkäseanschnitt auf der Jochalm
Im April 1996 wurde die bereits bestehende „Gemeinschaft der Gailtaler Alpsennereien“ rechtlich in den „Verein der Gemeinschaft der Gailtaler Almsennereien“ umgewandelt. Diese Vereinigung ist die Vorgänger-Organisation des heutigen „Verein Gailtaler Almkäse g.U.“ und war die zentrale Trägerin des Projekts Gailtaler Almkäse samt EU-Herkunftsschutz.Offizieller Almkäseanschnitt und Landesalmwandertag
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Historie bis 1996
- 1949: Gründung der „Gemeinschaft der Almkäsereien Kärntens“ mit Sitz in Kötschach. Ziel war die gemeinsame Organisation der Almwirtschaft und der Käseproduktion.
- Später wurde diese Gemeinschaft in „Gemeinschaft der Gailtaler Alpsennereien“ umbenannt – der Fokus lag nun explizit auf den Almen des Gailtals.
- Ab den 1960er-Jahren nahm die wirtschaftliche Bedeutung der Almwirtschaft stark ab (Strukturwandel, Intensivierung in den Tallagen), viele Almsennereien wurden aufgegeben.
In den 1980er/90er-Jahren erkannte man aber, dass der Gailtaler Almkäse als traditionelles Produkt ein großes Potenzial für Regionalentwicklung und Tourismus hat. Daraus entstand das Projekt „Gailtaler Almkäse“ als Marken- und Qualitätsinitiative.
Das „Gailtaler Almprotokoll“ (1994)
Vor der Vereinsgründung wurde 1994 das sogenannte „Gailtaler Almprotokoll“ erarbeitet – ein umfangreicher Katalog an Produktions-, Qualitäts- und Organisationsregeln:- erarbeitet von einer Aktivgruppe von 76 Personen (9 Frauen) aus dem Almbereich
- regelt u. a.:
- genaue Herstellungsweise des Gailtaler Almkäses
- Qualitätskontrolle und Kennzeichnung
- Tierhaltung und Organisation auf den Almen
- Mindestpreis pro Kilogramm Käse für die Mitglieder und jährliche Preisüberprüfung
- Verpflichtung, regionale Betriebe für Investitionen in die Alminfrastruktur zu bevorzugen
Weiter Links:- 20 Jahre Gailtaler Almkäse g.U. (ORF.at)
Dieses Protokoll war gewissermaßen die „Verfassung“ der späteren Vereinsgemeinschaft und wichtig für den Antrag auf eine geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.).
Die Gründung im April 1996
Rechtsform und Name- Die bisherige lose organisierte „Gemeinschaft der Gailtaler Alpsennereien“ wird in einen formellen Verein übergeführt.
- Neuer Name: „Verein der Gemeinschaft der Gailtaler Almsennereien“.
Damit bekam die Gemeinschaft:
- eine klare Rechtsform nach österreichischem Vereinsrecht,
- eine anerkannte Vertretung nach außen (Ansprechstelle für Behörden, EU, Förderstellen etc.),
- die Möglichkeit, als offizielle Antragstellerin für den EU-Herkunftsschutz aufzutreten.
Sitz und regionale Verankerung
- Die Vereinssitz-Adresse des späteren Nachfolgevereins (und faktisch der Organisation) liegt in 9631 Jenig, Rattendorf, im oberen Gailtal (Gemeinde Hermagor).
- Der Verein umfasst die Käsealmen im Gailtal, heute 13 Almen, die Gailtaler Almkäse g.U. erzeugen.
Ziele des Vereins bei der Gründung
- Schutz und Vermarktung der Marke „Gailtaler Almkäse“
Bereits Mitte der 1990er wurde an einem Markenschutz und einer EU-geschützten Bezeichnung gearbeitet. -
Qualitätssicherung und gemeinsame Regeln
Umsetzung und Durchsetzung des Gailtaler Almprotokolls 1994 als verbindliche Richtlinie für alle Mitgliedsalmen. -
Gemeinsame Vermarktung & Regionalentwicklung
Bündelung der Kräfte für Werbung, Tourismuskooperationen (z. B. mit der Skiregion Nassfeld) und Auftritt als „Genussregion“. -
Interessenvertretung
Auftreten als Sprachrohr der Gailtaler Almbauern gegenüber Politik, Verwaltung und Förderstellen.
Rolle bei der EU-Herkunftsbezeichnung (g.U.)
Der 1996 gegründete Verein hat unmittelbar danach die Funktion der „antragstellenden Vereinigung“ für die geschützte Ursprungsbezeichnung übernommen:- In den Unterlagen des Österreichischen Patentamts zur Herkunftsangabe „Gailtaler Almkäse g.U.“ wird ausdrücklich der „Verein der Gemeinschaft der Gailtaler Almsennereien“ als Antragsteller genannt.
- Der Gailtaler Almkäse trägt seit 1997 offiziell den EU-Herkunftsschutz als geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.).
Weiterentwicklung zum heutigen „Verein Gailtaler Almkäse g.U.“
- Heute firmiert die Organisation als „Verein Gailtaler Almkäse g.U.“ mit Sitz in Jenig/Rattendorf, Obfrau derzeit Elisabeth Buchacher.
- Der Verein:
- koordiniert die Produktion von Gailtaler Almkäse g.U. auf 13 Almen,
- ist Träger der Genussregion Gailtaler Almkäse g.U. und Kooperationspartner von Slow Food,
- organisiert Veranstaltungen wie den jährlichen „offiziellen Almkäseanschnitt", die Alm-Käseprämierungen und ist wesentlicher Motor des alljährlichen Gailtaler Käsefests.
Weiterführende Links:
- 20 Jahre Gailtaler Almkäse g.U. (Klein Kordin Alm, ORF.at)
- Gailtaler Almkäse g.U. | Geschichte
- Kärntner Landesalmwandertag
- 28 Jahre Gailtaler Käsefest
